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Der Lawinen- u. Suchhund   
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      Aufnahmebedingungen

      Bergrettungsmann mit den vorgeschriebenen Kursen im ÖBRD. Genügend körperliche Leistungsfähigkeit.
      Für Inlandeinsätze abkömmlich. Der Hund muß von der Eignung einer für diese Arbeit leistungsfähigen Rasse entsprechen (Schäferhunde oder ähnliche), von gutem Wesen und verträglich sein. Der Führer soll auf die Ernsthaftigkeit geprüft werden.

      Ausbildung

      Schnee- und Lawinenkunde in Theorie und Praxis. Organisierter Lawineneinsatz. Beurteilung und Lösen von Lawinen- / einer Kenntnisse, insbesondere aber auf Grund seiner Erfahrung und bergsteigerischen Kenntnisse, einen relativ kleinen Suchraum ermittelt, in welchem sich nach menschlichem Ermessen der Verschüttete befinden muß. Je enger sich dieser Suchraum ermitteln läßt, umso kleiner wird die Suchfläche, umso schneller wird der Hund den Witterungsherd orten. Dies soll aber nicht dazu verleiten, eine Suchraumbegrenzung mit dem Maßstab durchzuführen. Man muß immer darauf bedacht sein, daß alle Lawinen ihre Eigenheiten und Tücken haben. Wir wissen aus Erfahrung, daß manche primären Suchräume sehr schwer, andere wieder leicht zu erkennen sind.

      Ist der primäre Suchraum zu groß, so muß man diesen unterteilen. Man soll nicht mit dem Maßband messen, aber über das Maß 40 - 50 m in der Breite nicht hinausgehen. Bei einem zu breiten Suchfeld besteht die Gefahr von zu großen Winkeln und von Überlaufen der Witterungsherde.

      Ansatz

      Wir wissen, daß die Verschütteten oft nahe am Lawinenrand abgelagert werden. Um diese Witterungsherde zu erfassen, müssen wir den Hund einige Meter außerhalb der Lawine ansetzen. Beginnen wir auf der Lawine, dann kann der Wind die Witterung tal- oder seitwärts tragen und wir arbeiten im witterungslosen Raum und haben dem Hund die rasche Erfolgsmöglichkeit genommen. Ebenso müssen bei mehreren abgesteckten Suchfeldern die Begrenzungen beim Revieren überlappt werden.

      Außer dem Hundeeinsatz ergeben sich für den Führer noch andere Probleme, auf die zu achten ist, um den Hundeeinsatz nicht zu erschweren.

      1 . Ist der Rast- und Lagerplatz der Kameraden des Verunfallten oder der Suchmannschaft abseits der Lawine,

      2. daß dem Hundeführer aus Unkenntnis nicht ein sekundärer Suchraum zugeteilt wird. Dem Lawinenhund als schnellstes Suchmittel innerhalb des organisierten Einsatzes, steht der primäre Suchraum zu.

      Wind

      Der Wind ist für die Nasenarbeit der beste Helfer. Der Wind bestimmt auch wesentlich den Ansatz des Hundes, je nach Intensität werden die Witterungen auf große Distanzen zugetragen. Der Hund ist also möglichst gegen den Wind
      anzusetzen und während des Revierens zum Wind zu bringen. Dabei ist auf wechselnden Wind zu achten; Mulden, Felsen bilden gerne Windschatten und erschweren dem Hund die Arbeit. Notwendige Bewegungen von Einsatzmannschaften oder Hundeführer sollen an der windabgekehrten Seite (Lee) erfolgen. Depot, Rastplatz, Landeplatz leeseitig!

      Ein weiterer Punkt ist, den Hund möglichst kraftsparend auf die Lawine zu bringen. Bei Flugwetter ist dies kein Problem. Seilbahnen, Lifte, Pistenfahrzeuge in Anspruch nehmen. Bei langen und steilen Schleppliften den Hund nicht laufen lassen, sondern mit Traggeschirr tragen oder im Akja befördern. Beim Anstieg den Hund frei in der Spur lassen, um seinen
      kraftsparenden Bewegungsrhythmus nicht zu stören. Während der Information, den Hund windgeschützt rasten lassen.

      Wie der Hund die Sicherheit und Ruhe seines Führers spürt, so bemerkt er auch dessen Nervosität und Unsicherheit. Zuschauer, Kritiker, Sondiermannschaften können den Führer negativ beeinflussen. Folge: der Hund fällt von seiner Leistung ab. Daher das Gebot: Ruhe ausstrahlen, mit dem Hund gleich umgehen wie sonst "Suchscharf" machen, aneifern, dirigieren und loben. Vor allem aber dem Hund von anderen Personen Ruhe verschaffen.

      Störungen durch Hubschrauber oder Schifahrer in Nähe des Suchfeldes abwarten. Disziplinierte Sondiermannschaft stört nicht.

      Suchleistung

      Der Hund darf bei der Arbeit nicht unmittelbar beeinflußt werden (Gehorsamsucher). Er wird auf dem Suchfeld nur unmittelbar durch Zuruf oder Handzeichen geleitet. Der Führer beobachtet und läßt großräumig revieren. Falls die Beobachtung durch Gelände und Lawinenbeschaffenheit oder Nacht erschwert wird, ist sicheres Verweisen wichtig.

      Solange der Hund eifrig reviert, nicht durch unnötige Zurufe ablenken, sondern nur ermuntern oder dirigieren, wenn es erforderlich ist. Es ist wichtig, der Führer konzentriert sich auf die Hundearbeit; er sondiert oder schaufelt in dieser Zeit nicht aktiv. Der Führer hat aber Sonde und Schaufel auf dem Suchfeld mit.

      Verweisen

      Der Führer muß die Eigenheit des Anzeigens von seinem Hund genau kennen. Verweist er sicher, so eilt der Führer mit Lob zum Hund. Auf keinen Fall ein zu frühes Lob, insbesondere bei nicht überzeugendem Verweisen. Führer sondiert bis er fündig wird und läßt die Sonde stecken. Schaufeln in der Regel erst, wenn der Liegepunkt fixiert ist. Wenn der Verschüttete
      ausgegraben wird, den Hund loben, den Verschütteten zeigen und beriechen lassen.

      Falls der Hund immer wieder an einer bestimmten Stelle Witterung nimmt, ohne richtig zu verweisen, dann ist dies ein Zeichen, daß Witterung ausstrahlt, der Hund sie aber nicht zu deuten weiß. Die Stelle markieren und sondieren
      lassen (ca. 3 x 3 m). Bei nicht einwandfreiem Verweisen kann auch ein Ablenkversuch gemacht werden.

      Für uns gilt: Für den Hund ist alles ein Fund, auch Gegenstände, Wild etc.

      Für uns wichtig: Verantwortlichen, gemeinsamen Entschluß fällen.

 
 
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stand: 18.11.2008